London, V&A – Exhibition and Conference The Fabric of India

London, V&A – Exhibition and Conference The Fabric of India
Fotos: Ravi Bargiel


Am 7. November 2016 ist eine Konferenz im V&A über die Ausstellung »The Fabric of India« und ich beschließe mit meinem Sohn Ravi zu diesem Anlass nach London zu reisen.

London, einer meiner Lieblingsstädte, ein faszinierender Ort, der voller Kreativität ist und eine großen Bandbreite an Shops, Essen, Kultur und mehr bietet.

Am Morgen der Konferenz sind wir pünktlich dort und bekommen noch Karten, denn ich konnte aus Deutschland keine mehr buchen. Was absolutes Glück ist, denn der eine oder andere angemeldete kommt nicht. Ich spreche kurz mit der Co-Kuratorin der Ausstellung, Divia Patel, die später auf der Konferenz über die Geschichte der Textilien für die Ausstellung erzählt.

Der Vortrag beginnt mit einer Reise mit den Kuratorin der Ausstellung Rosemary Crill, die über den Kontext der Stoffe und Architektur in Indien spricht und faszinierende Einblicke gibt, wieviel die ehemalige Kolonialmacht von Indien diesen Reichtum an gewebten und gedruckten Stoffen mit nach England gebracht hat. Einige fürstliche Häuser zeigen die indischen Vorhänge in ihre Interiors stolz auf Fotos.

Zwischendrin gehen wir in die Ausstellung, die gleich am Anfang mit den Techniken der Herstellung von Stoffen anfängt. Alte Brokatgewänder, reich verzierte Borten, wunderschön gewebte Textilien glitzern gleich am Eingang. Im Rundgang entfaltet sich die Geschichte der Stoffe. Im ersten Raum liegt vieles geschützt in den gläsernen Kästen, zwischendurch stehen Schaufensterpuppen, drapiert mit den Saris. Weiter geht es mit einem Video, das die Menschen beim Herstellen der Stickerei zeigt. Schöne Beispiele gibt es von Rabari Embroidery aus Gujarat . Alte Stoffe schimmern in den Kästen und offenbaren die Zeit dieser getragenen Gewänder. Danach geht es durch einen Gang in die hinteren Räume. Dort ist ein Raum im Raum, ein echtes Zelt aufgebaut, in das man sich auch setzen kann. Nun werden die größeren Textilien an den Wänden gezeigt. Weiter geht es in die hinteren Räume, dort wird die Geschichte aufgerollt. Videos mit Mahatma Gandhi, der für die Baumwollgewänder gekämpft hat, die im eigenen Land hergestellt und getragen werden sollten. Bewegte Bilder sind eben doch bewegende Bilder.

Langsam erscheinen die heutigen Textil- und Modemacher. Gewagte Kombinationen, neue Interpretation von Salvar Kameez und Saris offenbaren sich. An Schaufensterpuppen gekleidet sieht man die modernen Varianten und sieht, dass die heutigen Designer sich einerseits von Tradition lösen können, aber andererseits sich auch ihrer Tradition des Handwerks bewußt sind.
Wie sehr sie es sind, erwähnte der Designer Manish Arora bei seinem Vortrag auf der Konferenz. Sein Atelier arbeitet mit den Menschen, die das Handicraft teilweise schon seit Generationen in der Familie pflegen, und das er als seine Pflicht sieht, zu bewahren. So fließen in seine Kreationen für die Haute Couture Kreationen aus handgemachte Stickereien, Handgedrucktes und Genähtes – der Designer Manish Arora ist in der Haute Couture in Paris angekommen.

Insgesamt ist die Ausstellung sehr vielfältig und präsentiert die unterschiedlichsten Textilien aus Indien. Die Videos zwischendrin sind ein gute Ergänzung. Dennoch hat mir bei der Präsentation der modernen Designer aus Indien eine andere Art der Präsentation gefehlt. Und auch diese hätte durch einen Film über eine moderne Modenschau ergänzt werden könnten. Noch habe ich das Gefühl, die Modedesigner in Indien machen zwar die Mode, aber letztendlich tragen sie sie noch relativ wenige Menschen.
Was bleibt?
Die Erinnerung an wunderschöne Stoffe, die ihren Wert und Einsatz aus der Geschichte und der Architektur zeigen und der Weg Indiens in die Moderne.

Die Ausstellung ist ein Teil vom V&A India Festival, eine Serie an Ausstellungen, Aktivitäten und Events im Herbst 2015, die mit dem 25-jährigen Jubiläum der Nehru Gallery of Indian Art beim V&A zusammenkommen.